...die schönen Seiten des Orients
Nagi Naguib (Hg.)
Farahats Republik
Zeitgenössische ägyptische Erzählungen

Übersetzt aus dem Arabischen von Nagi Naguib
Nachwort von Nagi Naguib
Umschlag von Salah Taher
228 Seiten; brosch.; 20 x 12 cm
ISBN 978-3-922825-12-8

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Diese Anthologie will vor allem Vertreter jene Schriftstellergeneration zu Wort kommen lassen, die in den 70er Jahren von sich Reden gemacht hat und die auf ihre Art die gesellschaftlichen und politischen Probleme Ägyptens reflektieren. Es zeigt sich, dass die Verortung zwischen Tradition und Moderne das überragende Thema ist, auch wenn es von Autor zu Autor thematisch und stilistisch sehr unterschiedlich bearbeitet wird.

Die Anthologie enthält die folgenden Erzählungen/Kurzgeschichten:
Yussuf Idris: »Der Stuhlträger«, »Der Trug«, »Farahats Republik«
Yussuf asch--Scharuni: »Das Gedränge«
Muhammad Hafiz Ragab: »Vater Hanut«
Abdel-Ghaffar Mikkawi: »Jonas im Bauch des Wals«
Gamal al-Ghitani: »Anleitung für die Sterblichen«
Yahya at-Tahir Abdallah: »Die Mühle des Scheich Musa«
Magid Tobia: »Wostok erreicht den Mond«
Naguib Mahfuz: »Anbar Lulu«
Gamil Atiya Ibrahim: »Eine wichtige Rede vor den langhalsigen Ölflaschen«
Muhammad al-Busati: »Geschichte eines toten Mannes«
Ahmad Haschim asch-Scharif: »Geschöpfe, die vor Wut zittern«
Abdel-Hakim Kassem: »Die Große Nacht«
Yahya Hakki: »Gestern und Heute«

Rezensionen

»Man beginnt zu lernen, Ägypten und seinen heutigen Alltag mit den Augen seiner Bewohner zu sehen. Das Buch bietet dem deutschsprachigen Publikum einen weiteren, höchst willkommenen Zugang zum Selbstverständnis der heutigen Ägypter.« (Die Zeit, Nr. 42, 10.10.1980)

Über die Autoren, Herausgeber und Künstler

Yahya Taher Abdallah

Yahya Taher Abdallah wurde 1942 in Karnak al-Qadima, Oberägypten geboren. Nach dem Besuch der Oberschule arbeitete er in verschiedenen Jobs, bevor er Mitarbeiter für mehrere Kindermagazine wurde. 1971 erhielt er ein Förderungsstipendium vom Kulturministerium.
In seinen Erzählungen werden jene in Vorzeiten gebildete Bräuche, Denkformen und Verhaltensweisen, überhaupt die Atmosphäre von Magie und Konvention, von Ekstase und Leere, die wie ein Traum diesen alten Lebensbaum füllen, dargestellt.

Muhammad al-Busati

Muhammad al-Busati, geboren 1938 in Gamaliya, einem Dorf am al-Manzala-See in Ägypten. Nach Besuch der Oberschule siedelte er nach Kairo über. Das Studium der Volkswirtschaft finanzierte er sich als Buchhändler, Angestellter in einer Bausfirma oder Verkäufer. Anschließend war er als Inspektor des zentralen Rechnungsamtes tätig und reiste in dieser Funktion durch das ganze Land. Busatis Figuren sind Kutscher, Barbiere, Fischer, Landstreicher, Gefangene, Arbeitssuchende, nahezu stumme, auf das Elementar-Ursprüngliche reduzierte Menschen, deren Entfremdung nicht die des Bewußtseins, sondern eine physisch-materielle ist.

Gamal al-Ghitani

Gamal al-Ghitani wurde1945 in Gahina, Oberägypten geboren. Bis 1962 Besuch der technischen Oberschule, wo er zum Fachmann für Orientteppische ausgebildetwurde, Ab 1969 war er als Journalist bei der Tageszeitung "Ahbar al-yamn" tätig, zeitweilig auch als Militärkorrespondent in der Suez-Zone.
Thematisch und stilistisch gesehen sind Ghitanis bisherige Prosaabeiten Produkt einer intensiven Beschäftigung mit dem reichen Quellenmaterial zur inneren Geschichte Ägyptens von der arabischen Eroberung bis zum französischen Feldzug. Ghitani gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Schriftstellern der jüngeren Generation.
Yahya Hakki

Yahya Hakki

Yahya Hakki wurde 1905 in Sayyida Zainab, einem Altstadtviertel von Kairo, geboren. Von 1921–25 studierte er Jura, anschließend war er als Rechtsanwalt tätig, bevor er für zwei Jahre als Vollstreckungsbeamter nach Manfalut/Oberägypten ging. Seine berufliche Karriere führte ihn in den diplomatischen Dienst; zwischen 1929-54 wirkte er in Saudi-Arabien, der Türkei, Italien, Frankreich und Libyen. 1954-58 war Direktor der Akademie der Schönen Künste, Abteilungsleiter im Kulturministerium. 1962-70 Chefredakteur der Kulturzeitschrift al-Magalla. 1969 erhielt er den ägyptischen Staatspreis für Literatur.
Hakki ist einer der exzellentesten Stilisten der modernen arabischen Literatur. Hakkis Ruhm als Erzähler und Sprachkünstler beruht primär auf seiner Erzählung »Die Öllampe der Umm Haschim«, die den Charakter eines Bildungsromans hat und die Kollision überkommender und neuzeitlicher westlicher Werthaltungen in einprägsam knapper Form zur Darstellung bringt. Yahya Hakki starb 1992.

Gamil Atiya Ibrahim

Gamil Atiya Ibrahim geboren 1937 in Gizeh/Ägypten, studierte bis 1960 Betriebswirtschaft und Musikwissenschaft, anschließend arbeitete er für drei Jahre als Mathematiklehrer in Marokko. Er war Buchhalter, legte ein Studium der koptischen Kunst ab und war letzlich im Kulturministerium tätig. Die meisten Erzählungen Ibrahims kreisen um die Problematik von Abweichung und Desorientierung.

Yussuf Idris

Yussuf Idris wurde 1927 in El-Birum geboren. 1951 machte er seinen Abschluss des Medizinstudiums an der Kairoer Universität und arbeitete zunächst als Arzt. Idris‘ erste literarische Versuche entstehen in der Zeit seiner politischen Aktivität als Medizinstudent im Kreis des linken »Nationalkomitees der Arbeiter und Studenten«. Einige Jahre später wird er Schriststeller und Journalist in Kairo.

Abdel-Hakim Kassem

Abdel-Hakim Kassem wurde 1935 in al-Bandara, einem Dorf nördlich der Provinzhauptstadt Tanta im Nildelta, geboren. Von 1948-55 besuchte er die Sekundarschule in Tanta. 1956 begann er das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Alexandria, welches er aber wegen finanziellen Schwierigkeiten wiederholt unterbrechen musste. Seit Beendigung des Studiums ist er in der staatlichen Versicherungs- und Rentenanstalt tätig. 1974 hielt sich Kassem zu Studienzwecken in West-Berlin auf. Sein berühmtestes Werk ist der Roman »Die sieben Tage des Menschen«, 1969. Außerdem schrieb er zahlreiche Kurzgeschichten und Erzählungen für literarische Zeitschriften.
Nagib Mahfuz

Nagib Mahfuz

Nagib Mahfuz (andere Schreibweise: Nagib Machfus), geb. 1911, wuchs als Sohn eines Beamten in einem Kairoer Altstadtviertel auf. Nach der Schulzeit studierte er Philosophie und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Beamter im ägyptischen Bildungsministerium. Neben seinem Beruf verfasste er Kurzgeschichten und veröffentlichte 1939 seinen ersten Roman. Mitte der Vierziger Jahre wandte er sich in realistischen Romanen zeitgenössischen Themen zu. In seinen Werken tritt er für eine Trennung von Staat und Religion und für eine säkulare, demokratische und liberale Gesellschaftsordnung ein – ein Grund dafür, dass ein religiöser Fanatiker 1994 ein Attentat auf Mahfuz verübte.
Als bisher einzigem Araber wurde ihm 1988 der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006 im Alter von 94 Jahren.

»Machfus ist ein Pessimist mit feinem Humor.« (Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 18.2.1989)
Weitere Informationen über Naguib Mahfuz

Abdel-Ghaffar Mikkawi

Abdel-Ghaffar Mikkawi wurde 1930 in Belqas, im Nidelta geboren. Von 1947-51 Studium der Philosophie an der Universität Kairo, anschließend in der Katalogabteilung der ägyptischen Nationalbibliothek beschäftigt. Von 1957-62 Studium der Philosophie, der neueren deutschen Lizeratur und Orienntalistik in Freiburg und Berlin. Mikkawi war Professor für Philosophie an der Universität Kairo.
Erfahrungen im tristen Beamtenapparat mit seiner starren hierarchischen Ordnung, sowie die Neigung zur historisch-meditierenden Betrachtungsweise sind für Mikkawis Dichtung bestimmend.

Muhammad Hafiz Ragab

Muhammad Hazif Ragab wurde 1935 in Alexandria geboren, wo er die Volksschule besuchte. Er war wie sein Vater fliegender Händler in den Straßen von Alexandria, außerdem Schreiber in der Stadtverwaltung. Mit 17 Jahren musste er unter Druck seines Vaters heiraten und wurde 2 Jahre später selbst Vater.
Die Anregung für seine surrealistisch ausgerichtete Prosa erhielt er nach eigenen Angaben durch tschechoslowakische Zeichentrickfilme.

Ahmad Haschim Al-Scharif

Ahmad Haschim Al-Scharif wurde zwar 1940 in Suhag, Oberägypten geboren, wuchs aber in »den verfallenen Häusern« des Kairoer Stadtvirtels Schubra auf. Ein Jurastudium gab er nach 2 Jahren auf. Schreibt als Journalist für die Wochenzeitschrift "Sabah al-Hair". Für das Jahr 1967 erhielt er ein Förderungsstipendium vom Kulturministerium. "Die Vergeblichkeit der Hoffnung auf Veränderung, das Fallen der Masken … und die Verlorenheit in einer falschen, in sich entzweiten Welt" prägen seinen Erzählstil – so Al-Scharif selbst.

Yussuf al-Scharuni

Yussuf asch-Scharin wurde 1924 in Menufiya (Nildelta) geboren. Von 1941-45 studierte er Philosophie und trat anschließend als Gymnasiallehrer in den Staatsdienst ein.

Magid Tobia

Magid Tobia, geboren 1939, studierte von 1957-60 an der Pädagogischen Hochschule in Kairo. Anschließend war er als Mathematiklehrer tätig, wobei er nebenher ein Studium an der Filmakademie absolvierte. In seinen Erzählungen gestaltet Tobia den Augenblick als Schnittpunkt des Lebens und der Welt, als Ineinander von Wirklichkeit und Traum, von Nähe und Ferne.

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